Hier geht es heute etwas fachlicher zu. Mit dem im Jahr 2015 beschlossenen, zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II), wurden schrittweise Veränderungen eingeführt, die für Sie oder Ihre Lieben wichtig sein könnten.

Daher haben wir Ihnen in diesem Artikel die wichtigsten Informationen zu den finanziellen Veränderungen des neuen PSG II zusammengestellt, und gehen ein wenig näher auf die damit verbundenen Kombinationsmöglichkeiten, die Flexibilität der verschiedenen Leistungen und das neue Begutachtungsverfahren hinsichtlich der Einstufung der neuen Pflegegrade sowie deren Vorteile für Demenzkranke, ein.

Mit dem Beschluss des PSG II erklärte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe:

„20 Jahre nach ihrer Einführung stellen wir die soziale Pflegeversicherung jetzt auf eine neue Grundlage. Damit erhalten erstmals alle Pflegebedürftigen einen gleichberechtigten Zugang zu Pflegeleistungen – unabhängig davon, ob sie an körperlichen Beschwerden oder an einer Demenz erkrankt sind. Mehr Hilfe für Pflegebedürftige, eine bessere Absicherung der vielen pflegenden Angehörigen und mehr Zeit für die Pflegekräfte ­– das erreichen wir mit diesem Gesetz. Das ist ein Meilenstein für die Pflegebedürftigen und alle, die in unserem Land tagtäglich ihr Bestes geben, um für Pflegebedürftige da zu sein.“

In diesem Zusammenhang hat das Bundesministerium auch eine Webseite zum PSG II eingerichtet, auf der alle wichtigen Informationen zusammengefasst und illustriert dargestellt werden. Zudem wird auch auf die Informationshotline hingewiesen, die man zu den angegebenen Geschäftszeiten erreichen kann. Wenn Sie also konkrete Fragen zum PSG II haben sollten, rufen Sie dort an!

Ab dem Jahr 2017 stehen jährlich nicht nur etwa fünf Milliarden Euro mehr für die Pflege zur Verfügung, sondern insbesondere Menschen mit Demenz profitieren, da das Begutachtungsverfahren eingeschränkte Alltagskompetenzen intensiver berücksichtigt.

Zudem wurden die bisherigen drei Pflegestufen um zwei Stufen erweitert und in Pflegegrade eingeteilt, sodass die Betreuungsleistungen optimiert werden konnten und sich daraus bessere Kombinationsmöglichkeiten ergeben

Aber noch einmal von vorn. Die Änderungen lassen sich in die folgenden Bereiche unterteilen, die vom Bundesamt übrigens auch in einem kurzen und informativen Video zum PSG II dargestellt werden:

Berücksichtigt verstärkt alle körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen (Stichwort: Demenz!).
Ermöglicht nun die Beurteilung der individuellen Fähigkeiten und den Grad der Selbstständigkeit in sechs pflegerelevanten Lebensbereichen.
Anstatt der bisherigen drei Pflegestufen wurden zwei weitere Stufen eingeführt, die somit genauer sind und eine differenziertere Einschätzung erlauben.
Umfasst eine höhere Anzahl derer, die Anspruch auf die Pflegeversicherung haben, inklusive der Unterstützung von pflegenden Angehörigen.
Besonders von Vorteil ist ferner, dass die Pflege nach Wunsch und Lebenssituation besser angepasst und kombiniert werden kann.
Zudem steht Bedürftigen und Angehörigen das Recht auf Beratung seitens der Kassen zu.
  • höheres Pflegegeld
  • bis zu 40 Euro/Monat mehr für Pflegehilfsmittel
  • antragslose Beschaffung von MDK empfohlenen Hilfsmitteln (Gehhilfen etc.)
  • Umbauzuschuss von bis zu 4.000 Euro pro Antrag
  • höhere Pflegesachleistungen
  • ausgebaute Tages- und Nachtpflege
  • bis zu acht Wochen Kurzzeitpflege pro Jahr
  • Anspruch auf Entlastungsbetrag (125 Euro/Monat)
  • 000 Euro Förderungsgeld bei Gründung betreuter Wohngruppen
  • 000 Euro Umbauzuschuss/Maßnahme
  • Wohngruppenzuschlag von 214 Euro/Monat
  • höhere Leistungsbeiträge
  • Vereinheitlichung der Eigenanteile
  • verbesserte Betreuungsangebote
  • kostenloser Pflegekurs über die Pflegekasse
  • Verhinderungspflege bis zu 6 Wochen/Jahr
  • soziale Absicherung durch Anspruch auf Rentenversicherungsbeiträge
  • Schutz in der Arbeitslosenversicherung
  • Anspruch auf 10 Tage Lohnersatzleistungen (Pflegeunterstützungsgeld)
  • Arbeitszeitreduzierung (Familienpflegezeit – und Pflegezeitgesetz)
  • optimierte Rahmenbedingungen für Pflegepersonal
  • vereinfachte Pflegedokumentation = mehr Zeit zur Pflege
  • mehr Betreuungskräfte = Stärkung der Pflege